Etikette

Die Kampfkunst Karatedō folgt einer uralten Tradition. Die Wahrung dieser Tradition ist allen Mitgliedern des AKSÖ Karate Club Wolfsberg ein großes Anliegen und es wird erwartet, dass auch alle Anfänger und Besucher des Dōjō diese Etikette befolgen und respektieren.

„Dō“ bedeutet Weg, „Jō“ ist der Ort. Der „Dōjō“ ist somit der „Ort des Weges“ und bezeichnet den Trainingsraum, in dem Budō Kampfkünste praktiziert werden.

 

Begrüßung

Jeder Karateka hat sich bei Betreten bzw. Verlassen des Dōjō mit dem Gesicht zum Dōjō gewandt zu verbeugen. Die Verbeugung erfolgt im Stehen im Musubi Dachi. Diese Verbeugung symbolisiert sowohl den Respekt vor den Großmeistern des Karatedō und vor allen, die diese Kampfkunst ausüben, ist jedoch auch ein Gruß an den / die Trainer („Sensei“ = Meister, hier der ranghöchste Trainer) und alle Mittrainierenden.

Zu Beginn und Ende des Trainings erfolgt die Begrüßungszeremonie für die gesamte Gruppe. Diese kann entweder im Stehen (Ritsu Rei), oder im Sitzen (Za Rei) vollzogen werden. Zuerst nimmt die Gruppe Aufstellung ein – diese erfolgt in einer nach der Graduierung geordneten Reihe, absteigend von links nach rechts.

Bei der Begrüßung im Stehen nehmen alle auf das Kommando „Musubi Dachi“, gegeben vom Sensei, die V-Stellung ein. Danach folgt das Kommando „Rei!“, woraufhin der Oberkörper um 30° nach vorne geneigt wird. Begleitet wird diese Verbeugung vom Ausspruch „Ossu!“ (Ossu ist sowohl eine Begrüßungs- bzw. Abschiedsfloskel, kann jedoch auch während des Trainings als Ausdruck der Zustimmung und des Verstehens benutzt werden).

Die Begrüßung im Sitzen beginnt ebenso mit der Aufstellung aller Karateka im Musubi Dachi. Der ranghöchste Schüler, genannt Sempai, tritt einen Schritt aus der Reihe nach vorne und dreht sich um 90° nach links, sodass er die restlichen Schüler im Blick hat. Der Sempai gibt hier anstelle des Sensei alle Kommandos. Der Sensei kniet sich nieder und auf das Kommando „Seiza!“ machen die Schüler es ihm gleich, wobei wiederum beginnend beim Sempai in absteigender Reihenfolge der Kniesitz eingenommen wird. Zuerst berührt das linke Knie den Boden, danach das rechte.

Der Fußrist beider Füße wird auf den Boden gelegt, sodass man bequem auf den Unterschenkeln absitzen kann. Die Hände werden auf die Oberschenkel gelegt, wobei die Oberschenkel bei Frauen geschlossen, bei Männern zwei faustbreit voneinander entfernt sind. Haben sich alle in diese Haltung begeben, folgt das Kommando „Mokuso!“. Nun schließen alle die Augen, um den Alltag und alle Gedanken, die nichts mit dem Training zu tun haben, von sich abfallen zu lassen und sich ganz auf die Ausübung des Karate zu konzentrieren. Wird Za Rei am Ende des Trainings durchgeführt, so wird der Fokus auf das Erlernte gelenkt. Erfahrene Karateka nehmen an dieser Stelle mit ihren Händen oft eine Meditationsmudra ein, wobei die rechte in die linke Hand gelegt wird und die Daumenspitzen sich berühren. Hält der Sempai die verstrichene Zeit für ausreichend, beendet er mit dem Kommando „Mokuso Yame!“ die Meditation. Auf das vom Sempai gerufene „Sensei ni rei!“ verbeugen sich sowohl Meister als auch Schüler bis zum Boden. Hierbei wird zuerst die linke Hand auf den Boden gelegt, dann die rechte genau daneben. Die Stirn wird so weit zum Boden gesenkt, dass sie die Finger berührt. Ist die Stirn am Boden begrüßen sich Meister und Schüler mit „Ossu!“. Nun wird der Oberkörper wieder in die aufrechte Position gebracht. Nach der Verbeugung erhebt sich zuerst der Meister, danach der Sempai. Das Aufstehen erfolgt in umgekehrter Reihenfolge wie das Absitzen. Die Schüler stehen erst nach dem Kommando „Kiritsu!“ wieder in absteigender Reihenfolge vom Boden auf und alle verweilen im Musubi Dachi. Beim Aufstehen wird großer Wert darauf gelegt, dass die Bewegung flüssig und anmutig ist, weshalb die Hände nicht dafür verwendet werden sollten.

Befinden sich alle im Musubi Dachi, folgt eine zweite Verbeugung mit „Ossu!“ wie im Ritsu Rei, was zugleich auch die Begrüßungszeremonie beendet.

 

Sprache im Dōjō

Im Dōjō ist es üblich alle Kommandos auf japanisch zu geben. 

 

Die Zahlen eins bis zehn

Ichi            Eins                      Roku            Sechs
Ni   Zwei   Shichi / Nana   Sieben
San   Drei   Hachi   Acht
Shi / Yon   Vier   Kyu   Neun
Go   Fünf   Ju   Zehn

 

Kommandos

Yōi            Achtung!
Yame   Stopp!
Mawate      Wenden!
Hajime   Anfangen!, Kämpft!

 

Techniken

Zuki (z.B. Oi Zuki)            Stoßtechnik
Uchi (z.B. Uraken Uchi)   Schlagtechnik
Uke (z.B. Age Uke)   Blocktechnik
Geri (z.B. Mae Geri)   Beintechnik
Dachi (z.B. Zenkutsu Dachi)   Fußstellung

 

Richtung

Migi            rechts
Hidari   links
Jōdan   obere Stufe
Chūdan   mittlere Stufe
Gedan   untere Stufe
Mae   nach vorne
Mawashi   hier: im Halbkreis
Yoko   seitwärts
Ura   Rückseite
Ushiro   hinten

 

Kiai

Kiai setzt sich zusammen aus der Silbe für ki (Energie) und ai (Zusammenkommen, Harmonie). Der Kampfschrei stellt die Vereinigung von geistiger und körperlicher Energie zu einem Zeitpunkt höchstmöglicher Konzentration dar.
Üblicherweise kommt es in der Kata an zwei definierten Stellen zum Kiai. Ausnahme hierbei ist die Kata Wankan, in welcher es nur einen Kiai gibt.

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