Geschichte

Der indische Mönch Bodhidharma zog 523 n. Chr. von seiner Heimat im Süden Indiens nach
China, um die Lehre des Buddhismus zu verbreiten. Einige Jahre später erreichte
Bodhidharma das Shaolin-Kloster in der chinesischen Provinz Henan. Die dort lebenden Mönche
waren schwach und arm und ihr Tagesablauf bestand aus Betteln u
nd Meditation.
Bodhidharma konnte sie überzeugen neben ihrem Geist auch ihren Körper zu stärken
und entfachte unter den Mönchen die Begeisterung für hartes Training von Körper und Geist.

Bald waren die Mönche kräftig und geschickt genug, um sich gegen Angreifer und Räuber-
banden zu verteidigen. Im Laufe der Jahre entwickelten sich die vormals gymnastischen
Übungen zu einem eigenen Kampfstil und bald hatten die Shaolin-Mönche den Ruf die
besten Kämpfer Chinas zu sein.

1647 n. Chr. bat der chinesische Kaiser die Mönche um militärischen Beistand in der
Schlacht. Die Shaolin leisteten ihre Dienste hervorragend ab, woraufhin der Kaiser ihr
Kloster zerstören ließ. Er sah in einer so großen Anzahl von Menschen mit
solch außergewöhnlichen kämpferischen Fähigkeiten eine Bedrohung. Nach der Zerstörung
zogen die Mönche in die verschiedensten Teile Chinas und unterrichteten die Bevölkerung in
ihren Fertigkeiten.

Durch die jeweilige Umgebung, in der die Menschen lebten. Kam es zur Unterscheidung zwischen zwei großen Hauptgruppen – dem Nordstil und dem Südstil. Der Norden Chinas ist geprägt von Gebirgen, Wüsten und Steppen. Die Menschen sind eher groß und hager. Der Süden Chinas ist das alte Kernland der chinesischen
Kultur und durchzogen von großen Flüssen, Sümpfen und Urwäldern. Die dort lebenden Menschen sind eher klein und gedrungen.

Über Handelsrouten kamen die Kampfkünste auf die Inselgruppe Ryūkyū, mit der Hauptinsel Okinawa. Obwohl die geographischen Bedingungen auf der Insel fast überall gleich waren, wurden sowohl Nord- als auch Südstil eingeführt und über Jahrhunderte gepflegt und weiterentwickelt.

Der Nordstil wurde auf Okinawa Shōrin Ryū genannt, der Südstil Shōrei Ryū. Shōrin hat die gleiche Bedeutung wie das chinesische Wort Shàolín. Vertreter des Shōrin Ryū sind z.B. Shōtōkan Ryū und Shaolin Kungfu. Vertreter des Shōrei Ryū sind z.B. Gōjū Ryū und Tàijí. Es gibt auch Mischstile, die die Elemente beider Schulen in sich vereinen. So z.B. der japanische Karatestil des Shitō Ryū.

Shōrin Ryū ist geprägt von langen, kraftvollen Bewegungen, tiefen, stabilen Ständen und Beintechniken. Symboltier ist der Tiger, weil er den Charakter des Shōrin Ryū eindrucksvoll repräsentiert.

Shōrei Ryū ist geprägt von runden, weichen Bewegungen, höheren Ständen und es wird mehr Augenmerk auf die Entwicklung der Inneren Kraft durch Atemkontrolle und Qi – Lenkung gelegt. Symboltier ist der Drache, der durch runde, flexible und anpassungsfähige Bewegungen charakteristisch ist.

Funakoshi Gichin, geboren am 24. April 1868, gilt als Begründer des modernen Karatedō. Die Weiterentwicklung der von China eingeführten Stile führte zu der Kampfkunst Okinawa-te, der damalige Name von Karate. Funakoshi Gichin war in seiner Kindheit und Jugend eher schwach und kränklich. Deshalb begann er unter den beiden Meistern Asato und Itosu Yasutsune Okinawa-te zu lernen.

1922, als er lange schon selbst Meister dieses Kampfsportes war, ging er nach Japan, um auf Wunsch des damaligen Kaisers Okinawa-te vor-zustellen. Er blieb in Japan um Vorträge zu halten und Vorführungen zu geben, was dazu führte, dass Okinawa-te für die Erziehung anerkannt und an Schulen gelehrt wurde. Zu dieser Zeit wurde erstmals der Begriff „Kara-te“ (leere Hand) erwähnt. Unter diesem Namen verbreitete sich diese Kunst sehr rasch in Japan und später auch in der westlichen Kultur.

(vgl. Wagener 2007Hirsch 2006)

 

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